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Über das projekt

Das Modell von Getto Litzmannstadt

Interdisziplinäres Projekt des Museums der Unabhängigkeitstraditionen Łódź

Das Getto Litzmannstadt war das am längsten existierende NS-Getto und zugleich die zweitgrößte Konzentrations- und Zwangsarbeitsstätte für die jüdische Bevölkerung auf polnischem Gebiet. Obwohl die Spuren des Gettos auch heute in der Stadt erkennbar sind, ist dessen Geschichte nicht allen Einwohnern von Łódź bekannt. Die Überlebenden und deren Nachfahren kommen nach Łódź, um ihre Familiengeschichten aufzuspüren, sind aber nicht im Stande, diese zu orten. Der Bahnhof Radegast, Abteilung des Museums der Unabhängigkeitstraditionen Łódź, ist neben dem Jüdischen Friedhof die meistbesuchte Gedenkstätte für die Geschichte der Juden im Zweiten Weltkrieg. Die Veranstaltungen zur Popularisierung der Geschichte der jüdischen Bevölkerung von Łódź werden seit 2005 im historischen Lagergebäude des damaligen Getto-Bahnhofs organisiert. Im Jahre 2015 leitete das Museum der Unabhängigkeitstraditionen Łódź ein Projekt mit dem Titel „Das Modell von Getto Litzmannstadt“ ein.

Dem Projekt liegt die Erschaffung der öffentlichen Plattform zur Förderung der Maßnahmen zum Gedenken an die Juden aus Łódź mithilfe von modernen Technologien zugrunde. Die Nutzung vielfältiger Popularisierungsformen erlaubt, einen breiten Kreis von Interessierten weltweit anzusprechen. Die wichtigste Voraussetzung für das Projekt ist eine weit gefasste Popularisierung der Geschichte der Juden vor dem Hintergrund der multikulturellen und multinationalen Hinterlassenschaft von Łódź. Im Rahmen des Projekts ist die Entstehung eines Repositoriums für Dokumente und Fotografien, eines statischen und virtuellen Modells von Getto Litzmannstadt und einer multimedialen Präsentation geplant. Das Projekt soll durch Bildungsmaßnahmen und populärwissenschaftliche Veranstaltungen begleitet werden. Die Idee des Projekts fand große Unterstützung bei internationalen und polnischen Institutionen. Hierbei sind zu nennen: Organization of Former Residents of Lodz in Israel, South African Holocaust & Genocide Foundation, ARGE grenzenerzaehlen, Stiftung des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, NS-Dokumentationszentrum, Förderverein „Gedenken und Gestalten“, Stiftung Topographie des Terrors, Staatsarchiv Łódź, Institut für Toleranz, Marek-Edelman-Dialogzentrum, Museum der Geschichte der polnischen Juden.

Das Projekt des Modells von Getto Litzmannstadt setzt die Entstehung von drei integralen Bestandteilen voraus. Ihrer Entstehung soll eine groß angelegte Recherche und Erfassung von Informationen über alle abgeschlossenen und laufenden Projekte im Bereich der Getto-Geschichte zugrunde liegen. Als wichtigste Aufgabe gilt die Ansammlung aller Getto-Karten sowie Gebäude-Pläne zwecks der optimalen Abbildung der architektonischen Getto-Struktur; darüber hinaus ist es die Ansammlung der fotografischen Archivalien und die Vorbereitung der Vergleichsbasis in Form der gegenwärtigen Fotografien von Plätzen und Gebäuden, die im ehemaligen Getto-Gebiet standen oder die Geschichte der Juden in Łódź bezeugen. In der längeren Perspektive möchten wir auch Getto-Augenzeugenberichte und Erinnerungen, die mit diversen Plätzen und Gebäuden unserer Stadt im Zusammenhang stehen, festhalten. In dieser Etappe wird das Projekt von ausländischen Partnern gefördert, was erlaubt, den Umfang der bereit gestellten Materialien zu erweitern.

Auf der Grundlage der angesammelten Materialien entstehen: das historische statische und virtuelle Modell und die populärwissenschaftliche Präsentation für einen multimedialen Raum.

Durch die Anwendung eines einheitlichen und modernen Layouts, das in der Zusammenarbeit sachkundiger Mitarbeiter, Techniker und eines bildenden Künstlers entsteht, sind der Zusammenhang und die Konsistenz aller Bestandteile garantiert.

Erster Bestandteil: Virtuelles, interaktives Getto-Modell in zwei- sowie dreidimensionaler Ausgestaltung und Augmented-Reality-Technologie.

Zuerst ist eine Internetseite mit den Schwerpunkten Getto-Geschichte und Gedenken an die Opfer zu gestalten. Die Informationen werden hauptsächlich anhand eines zweidimensionalen Getto-Plans vermittelt. Dieser wird noch mit neuen und interessanten Darstellungsformen ergänzt, und zwar mit dreidimensionaler Visualisierung der Objekte, Veranschaulichungen aus der Vogelperspektive, ineinander verschwimmenden historischen und gegenwärtigen Fotografien, Audio-Dateien. Das Ganze wird, unter besonderer Berücksichtigung der relevanten und interessanten Objekte, von einem ausführlichen historischen Kommentar sowie Augenzeugenberichten in Form von Ton- und Bildaufnahmen begleitet. Mit der Nutzung des interaktiven Getto-Plans bietet sich auch die Gelegenheit, die Tipps der Autoren hinsichtlich verschiedener Internetseiten, Projekte oder Institutionen aus dem Bereich Geschichte des Getto Litzmannstadt zu befolgen. Die Internetseite wird auch die Möglichkeit der virtuellen Spaziergänge anbieten. Durch die Verknüpfung der Internetseite mit sozialen Netzwerken möchten wir die möglichst breite Öffentlichkeit zu deren kontinuierlicher Mitgestaltung und Ergänzung anregen. Die so mitgeteilten Inhalte werden verifiziert und im Zusammenhang mit konkreten Plätzen oder Gebäuden veröffentlicht. In der längeren Perspektive wird die Internetseite in 4 Sprachversionen (Polnisch, Englisch, Deutsch, Hebräisch) verfügbar sein.

Es ist nicht nur die relativ lange Existenz, die das Getto in Łódź so außergewöhnlich macht, sondern auch eine Menge von erhaltenen Fotografien, die unter äußerst einzigartigen Umständen entstanden sind. Im Staatsarchiv Łódź werden rund 12 tausend Getto-Bilder aufbewahrt. Über kleinere Sammlungen verfügen auch andere Archive. Das Projekt setzt voraus, dass sie an einer Stelle abrufbar sind, und zwar über das System von interaktiven Objekten und zahlreichen direkten Verweisen auf die durch verschiedene Institutionen bereit gestellten Alben.

Die Internetseite wird mobil und in Form von Handy-Software für 3 Systeme verfügbar sein. Der Organisator stellt die oben genannte Software in der eigenen Institution bereit, nämlich im Museum der Unabhängigkeitstraditionen und unter besonderer Berücksichtigung der Besucher der Abteilung Bahnhof Radegast sowie der organisierten Gruppen, die sie zu Bildungszwecken nutzen werden. Einzelbesucher oder Gruppen, die das Gelände der Holocaust-Gedenkstätte Getto Litzmannstadt betreten, werden durch entsprechende Tafel informiert, die Mobilversion der Internetseite nutzen zu können. Das allgemein zugängliche Wi-Fi-Netzwerk und der QR-Code ermöglichen die Umleitung auf die Internetseite und deren Nutzung auf dem Gelände der Gedenkstätte. Die auf die Internetseite umleitenden QR-Codes werden in öffentlichen Einrichtungen, Bildungsanstalten oder Partnerinstitutionen in Form von Flugblättern oder Projektplakaten (4 Fremdsprachen) verfügbar sein. Da dieser Projektteil durch ausländische Partner unterstützt wird, kann die Internetseite in Partnerinstitutionen und Botschaften der Partnerländer präsentiert und zugänglich gemacht werden.

Die vorbereitete Internetseite wird im Rahmen der Open-Software verfügbar sein, was erlaubt, deren Inhalte zu ergänzen und zu ändern. Die Inhalte werden über andere multimediale Formen der Veröffentlichung in Anspruch genommen. Dieser Teil des Projekts ist der zeitaufwendigste und basiert auf modernen, mobilen Technologien und Digitalmedien.

Zweiter Bestandteil: Historisches Modell

Der zweite Bestandteil des Projekts ist der Bau des historischen Modells von Getto Litzmannstadt im Ausstellungsgebäude des Museums der Unabhängigkeitstraditionen Łódź, Abteilung Bahnhof Radegast. Dies hat zum Ziel, das 1940 von den Deutschen eingerichtete abgesperrte jüdische Viertel anhand historischer Stadtpläne, Gebäude und Fotografien – des Getto-Modells – zu rekonstruieren. Im Gebiet des ehemaligen Gettos sind wenige Gebäude erhalten geblieben, die zu allem Überfluss verwahrlosen und abgerissen werden. Das Getto-Gebiet ist auf jeden Fall durch materielle Gestaltgebung vor Vergessenheit zu retten.

Vorausgesetzt ist die Wiederherstellung der Bauten und Stadtinfrastruktur aus der Getto-Zeit (Straßen, Fußgängerbrücken, Straßenbahnlinien und die Umgebung des Bahnhofs Radegast) im Maßstab 1:400. Die Bürgerhäuser und andere Gebäude en miniature werden mit dem Laser aus einem speziellen Modellbaukarton ausgeschnitten. Alle Feinelemente, z.B. Autos oder Straßenbahnen, werden mit 3D-Druckern gefertigt. Geplante Ausmaße des Modells sind: 4 x 10 m.

Die innovative Beschaffenheit des Projekts besteht in der Belebung des Modells durch den Einsatz der Multimedia in audiovisueller und Beleuchtungsform. Spezieller Pult ermöglicht selbständige Bedienung und Auswahl der verfügbaren Inhalte. Den Besuchern werden Audio- und Videoaufnahmen, die den (mit Beleuchtung) hervorgehobenen über 40 Objekten zuzuordnen sind, zur Verfügung stehen. Die Aufnahmen werden historische Kommentare, fotografische Archivalien, Erinnerungen und Filmsequenzen beinhalten. Geplant sind 4 Sprachversionen (Polnisch, Englisch, Hebräisch, Deutsch) und der Einsatz der LCD-Bildschirme erlaubt, die Inhalte in verschiedenen Sprachen parallel zu verfolgen. Darüber hinaus sind separate, von Historikern vorzubereitende Bildungspfade über das Getto-Modell geplant. So könnten die Besucher durch die Getto-Straßen gemäß der Beleuchtung entlanggehen und die Geschichte der jeweiligen Stellen ergründen. Die Multimedia werden auch über das allgemeine Beschallungssystem zugänglich sein.

Im Endeffekt entsteht dank dem Projekt das größte und in ganz Polen einzige interaktive Modell dieser Art. Es wird ein wertvolles Exponat, eine multimediale Wissensquelle zur Getto-Geschichte sowie einen Ausgangspunkt für weitere Bildungsmaßnahmen darstellen. Nach der Untersuchung jeder Menge Fotografien und Stadtpläne bezwecken wir, den Einwohnern von Łódź sowie Touristen ein Modell vorzustellen, das sicherlich viele Diskussionen und Analysen anregt und erlaubt, diese tragischen Umstände aus der Geschichte unserer Stadt zumindest partiell in Erinnerung zu behalten. Der weitere Vorteil ist dessen Bildungspotenzial.

Der Bau des historischen Modells ist ein groß angelegtes Vorhaben und kann ohne Engagement der Historiker, Institutionen, der Überlebenden oder deren Familien so gut wie nicht erfolgen. Die realistische Abbildung der Bausubstanz bedarf in erster Linie der Ansammlung vieler gescannter Fotografien, Stadtpläne und Satellitenkarten. Unsere Kooperation mit verschiedenen Holocaust-Einrichtungen trägt dazu bei. Jedoch in diesem Fall richten wir einen besonderen Appell an diejenigen, die in privaten Familien- und Fachsammlungen Fotografien besitzen, die verschiedene Gebäude im Hinter- und Vordergrund darstellen oder bei der Erstellung des Getto-Modells behilflich sein könnten (Kontaktangaben am Ende).

Dritter Bestandteil: Multimediale Präsentation

Als dritter Bestandteil des Projekts ist die Vorbereitung der Präsentation zur Schilderung der Lebensweise und der sozialen Umstände der jüdischen Einwohner von Łódź. Zum Bestimmungsort wurde die moderne multimediale Anlage im Ideenzentrum „Blickpunkt Multikulturalität“ in der Kathedrale von Łódź gewählt. Im Rahmen der Anlage ist der in ganz Polen einzigartige Raum geplant – ein 37-Meter-Panoramabildschirm in Verbindung mit einer Batterie von Beamern und Sound-Effekten. Die Lokalisierung des Raumes in den Kellern der Kathedrale ist nicht zufällig. Die Pfarrei an der Kathedrale kann sich mit multikultureller Bereitschaft zu gemeinsamen Initiativen in Łódź brüsten. Die Glasfenster auf nördlicher Seite wurden beispielsweise von Juden, die anderen von u.a. Protestanten finanziert. Das Endprodukt in Form eines Films, der das jüdische Erbe in Łódź schildert, soll in diesem allgemein zugänglichen Ort den populärwissenschaftlichen und touristischen Zwecken dienen.

Die Ausnutzung des technischen Potenzials des Raumes wird den ästhetischen und emotionalen Wert der Präsentation intensivieren. Das Ziel der Präsentation besteht darin, den Besucher durch die Geschichte in Begleitung (eines Historikers und Izrael Poznańskis) zu führen, angefangen von den Ursprüngen der jüdischen Bevölkerung in Łódź über deren Einfluss auf die Architektur, Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben der Stadt bis hin zum Disaster des Zweiten Weltkrieges. Das Konzept der Präsentation umfasst ein Doku-Drama, Augenzeugenberichte, Expertenkommentare, Filme aus der Vogelperspektive und eine umfangreiche fotografische Dokumentation. Die Präsentation soll einen stationären und allgemein zugänglichen Charakter haben und die Miltikulturalität von Łódź sowie die Verdienste der jüdischen Bevölkerung in der Entwicklung unserer Stadt schildern. Die Präsentation wird eine Bildungsfunktion erfüllen und die Tätigkeit des Museums der Unabhängigkeitstraditionen Łódź promoten. Die multimediale Präsentation ist im Vollen und Ganzen zweisprachig zu gestalten (Polnisch, Englisch). Als Video-Datei wird sie auch in der Abteilung Bahnhof Radegast gezeigt werden.

Alle Bestandteile des Projekts können in der Abteilung Bahnhof Radegast im Ausstellungsgebäude harmonisiert werden. Die Verfügbarkeit der Internetseite in Mobilversion für Handys erweitert das interaktive Angebot des historischen Getto-Modells. Der vorzubereitende Film schildert den Einfluss der jüdischen Bevölkerung auf das tägliche Leben in Łódź vor dem historischen Hintergrund. Alle Bestandteile werden in ihrer Ganzheit den geschichtlichen Werdegang der Juden in Łódź schildern.

Das Projekt „Modell von Getto Litzmannstadt“ hat einen langfristigen Charakter. Angesichts der enormen Menge der erhalten gebliebenen Materialien wird durch das Museum der Unabhängigkeitstraditionen Łódź in dessen Zeitdauer eine Reihe von Veranstaltungen organisiert. Die geplanten Veranstaltungen umfassen Treffen, Spaziergänge und Workshops, die für das Problem der Diskriminierung empfindlich machen. Das Museum plant, die Zusammenarbeit mit diversen wissenschaftlichen Institutionen und Vereinen zu entwickeln, deren Tätigkeitsprofil die Pflege der Erinnerung an die jüdische Bevölkerung und des jüdischen Kulturerbes voraussetzt.

Alle Personen und Institutionen, die das Projekt sachlich oder finanziell unterstützen möchten, sind gebeten, sich an Frau Izabela Terela – i.terela@muzeumtradycji.pl, gettomodel@radegast.pl – zu wenden.

Izabela Terela – Historikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum der Unabhängigkeitstraditionen Łódź, Abteilung Bahnhof Radegast, Leiterin des Projekts „Das Modell von Getto Litzmannstadt“.

Deutsche Fassung: Łukasz Marek Plęs 

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